Das Nationalepos Kalevala – Ein Beispiel für finnische Literatur


Das populärste Werk finnischer Literatur ist mit Sicherheit das Nationalepos Kalevala. Da die finnische Schriftsprache erst spät entstand, schrieben die Dichter in Finnland bis ins 19. Jahrhundert schwedisch. Der Arzt und Philologe Elias Lönnrot (1802-1884) hat verschiedene alte Volksepen zusammengefasst und die Sammlung unter dem Namen Kalevala veröffentlicht. Der Name bezieht sich auf den Urvater der beschriebenen Helden: Kalevala.

Von der heidnischen Frühzeit bis zur Christianisierung

Kalevala besteht aus 50 Gesängen und behandelt inhaltlich größtenteils die Ereignisse der heidnischen Frühzeit bis zur Christianisierung des Landes. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Auseinandersetzung zwischen dem Volk Kalevalas und Pohjola, um den mystischen Gegenstand Sampo, der seinem Besitzer zu großem Wohlstand verhilft.

Das in Kalevala verwendete, über 200 Jahre alte Versmaß ist heute noch als Kalevala-Versmaß bekannt und wird bei fast allen Arten finnischer Volksdichtung, sowie weitestgehend auch in der Kunstdichtung verwendet.

Finnische Krimis

Finnische Literatur bietet allerdings nicht nur Dichtkunst sondern auch spannende Unterhaltungsromane. Erwähnenswerte Krimi-Autoren sind hier Matti Y. Joensuu, Leena Lehtolainen und Ikka Remes, der neben Thrillern auch Jugendbücher schreibt.
Leena Lehtolainen ist bekannt für ihre Krimi-Reihe, in der die Kriminalpolizistin Mario Kallio in Espoo, einer Nachbarstadt von Helsinki, ermittelt.

Viele Bücher finnischer Autoren sind ins Deutsche übersetzt und in Deutschland erhältlich.
Finnische Literatur, sei es das Epos Kalevala oder einfache Unterhaltungsromane, ist häufig von einer düsteren, schwermütigen Atmosphäre geprägt und lädt nicht nur im Finnlandurlaub zu langen, gemütlichen Lesabenden am Kamin ein.

(Bildquelle: mararie)

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