Von der Frühzeit bis heute: Finnlands Geschichte auf einen Blick


Finnlands Geschichte hat ihren Ursprung in der Frühzeit, ungefähr 8500 Jahre vor Christus. Als Ureinwohner gelten die Lappen, die heute in den hohen Norden abgedrängt sind.

Wenige Jahre nach Christi Geburt drangen die in den Steppen zwischen Ural und Kaspischem beheimateten Finnen von Osten und von Süden in das Land ein. Rund 400 Jahre später begannen auch die Schweden sich in bestimmten Teilen des Landes anzusiedeln. In mehreren Kreuzzügen nahmen sie im 12. Jahrhundert den Westen des Landes ein und brachten das Christentum nach Finnland. Das östliche Karelien wurde dagegen von Russland beherrscht. Erst im 18. Jahrhundert verlor Schweden, im Zuge mehrerer Kriege, darunter auch der Große Nordische Krieg, an Macht und musste Großteile des Landes an Russland abgeben.

Finnland unter russischer Herrschaft

1809 wurde Finnland dann endgültig russisches Großfürstentum mit dem Zaren Alexander I. als Großfürsten.
Politisch genoss Finnland jedoch weitestgehend Autonomie. Diese wurde durch den Zaren Nikolaus II., der das Februarmanifest ins Leben rief, stark eingeschränkt. Es folgte ein Generalstreik, der zu politischen und sozialen Spannungen im Land führte. Diese legten sich erst nach dem Ersten Weltkrieg, an welchem sich Finnland übrigens nicht beteiligte.

Der Weg in die Unabhängigkeit

Als die Februarrevolution die russische Zarenherrschaft beendete, wurde Finnland am 6. Dezember 1917 unabhängig. Das Datum wurde zum Nationalfeiertag ernannt und wird heute noch in Finnland gefeiert.
Die darauf folgenden Jahre waren von der Unsicherheit um die neue Gesellschaftsform geprägt. Es kam zu einem finnischen Bürgerkrieg in dem sich Bürger und Aufständige gegenüberstanden. 1918 wurden die „Roten“ Aufständigen von General Mannerheim besiegt.

1919 wurde Finnland zur unabhängigen Republik mit liberaler Wirtschaftsordnung erklärt.

Russischer Einfluss bleibt bestehen

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Bemühungen zur Unabhängigkeit allerdings wieder zunichte gemacht. Finnland verlor im so genannten „Winterkrieg“ Teile Kareliens an Russland. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges trat Finnland den Vereinten Nationen (UNO) und dem Nordischen Rat bei. Allerdings war der russische Einfluss noch sehr groß. Finnland bemühte sich außenpolitisch stets um Neutralität, blieb aber immer in enger Anlehnung zu Russland. Diese Wahrung einer neutralen Position innerhalb Europas hinderte Finnland auch daran Kooperationsgemeinschaften wie der EU beizutreten. Dies hätte einen Verlust der eigenen Souveränität zur Folge gehabt. Parteien, die diese außenpolitische Haltung ablehnten, wurden aus der Regierungsverantwortung ausgeschlossen.

Integration in die EU

Die Geschichte Finnlands hatte ihren Wendepunkt, als die Sowjetunion nach Ende des Kalten Krieges zusammenbrach. Der Weg zu einem gemeinsamen Europa wurde bereitet. 1986 trat Finnland der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) bei. Mehrere Ursachen führten dann zu einer Antragsstellung zur Aufnahme in die EU 1992. Zum einen hatte Schweden 1991 bereits einen Aufnahmeantrag gestellt, zum anderen wurde in der EG immer stärker über die Erweiterung der EU durch Ost- und Mitteleuropäische Staaten diskutiert und der Druck auf die Regierung wurde somit größer. 1995 trat Finnland der Europäischen Union bei.

Wenn Sie mehr erfahren möchten: „Finnland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ von Ingrid Bohn, erschienen im Pustet-Verlag Regensburg, informiert anschaulich über die Geschichte von Finnland.

(Bildquelle: luppe)

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