Finnlands Regierung befürwortet neue Atommeiler


Finnland bekommt zwei weitere Atomkraftwerke. Die Bauanträge der Unternehmen TVO und Fennovoima werden vom Kabinett befürwortet. Hintergrund der Entscheidung ist vor allem die Unabhängigkeit Finnlands in der Stromversorgung von Russland. Darüber hinaus hofft Wirtschaftsminister Mauri Pekkarinen durch den Ersatz alter Kohlekraftwerke besser die angepeilten Klimaziele zu erreichen. „Wir werden unsere Energie selbst produzieren können, und das auch noch mit sauberen Methoden“, kommentierte Pekkarinen.

Für mehr Unabhängigkiet setzt Finnland auf mehr Atomenergie

Damit wächst die Zahl der Kernreaktoren in Finnland auf Sieben. Zwei davon stehen bereits in der finnischen Ortschaft Olkiluoto. Ein Dritter wird bereits im Auftrag der TVO gebaut. Er wird voraussichtlich 2014 ans Netz gehen. Auch der nächste geplante Reaktor der TVO soll in Olkiluoto seinen Standort haben.

Mit der Entscheidung für Fennovoima und gegen Konkurrent Fortum, der ebenfalls einen Antrag stellte, betritt ein neuer Wettbewerber den finnischen Strommarkt. Nach Ansicht von Pekkarinen stärke der Beschluss damit auch den Wettbewerb. Eigentümer von Fennovoima sind vor allem Industriebetriebe und Stadtwerken, aber auch der deutsche Eon-Konzern, der  34 Prozent der Anteile hält. Fennovoimas Atomkraftwerk soll in Finnisch-Lappland an der Ostsee errichtet werden. Allerdings hat das Unternehmen bisher kein Endlager für seinen Atommüll. Laut der finnischen Regierung hat der Neueinsteiger aber nun sechs Jahre Zeit eins zu bauen.

In Finnland hat Atomenergie guten Ruf

TVO und Fortum dagegen haben bereits ein Endlager. Wiederum in Olkiluoto, ist derzeit das weltweit erste Endlager für Brennstäbe in Bau. Es ist bisher unklar ob Fennovoima dieses mitnutzen darf.
Anders als in Deutschland sind die Stimmen gegen Atomkraft in Finnland dünn besiedelt. Im Gegenteil hat die Energiegewinnung aus Atomkraft einen sehr guten Ruf. Sie gilt als äussert sauber und sehr sicher. Dennoch werden auch in Finnland Proteste im Parlament erwartet, wenn dieses im Juni über den Vorschlag der Regierung entscheidet. Allen voran die Grünen, die an der Regierung beteiligt sind, lehnen die neuen Atomkraftwerke ab. Eine Sprecherin sagte dazu: „Finnland wird zum Museumsstaat für veraltete Energietechnik“.  Dennoch halten Beobachter eine Mehrheit für den Regierungsvorschlag für mehr als wahrscheinlich.

Quelle: Sueddeutsche.de, Welt.de

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